Kommentierung der Antwort zu Frage vom 12.09.2019

Hier können alle Themen rund um die Politik diskutiert werden.
Antworten
Christina
Hagenbach-Kenner
Beiträge: 25
Registriert: Sa 3. Feb 2018, 14:51

Kommentierung der Antwort zu Frage vom 12.09.2019

Beitrag von Christina »

Die Beantwortung meiner Frage vom 12.09.2019 wurde im Protokoll wie folgt festgehalten: „Es lag eine Einwohnerfrage vor (siehe beigefügte Anlage) die durch Stadtbürgermeister Hutter beantwortet wurde.“ (Das von mir nicht geforderte Zahlenwerk hierzu liegt mir nun auch vor und ist Bestandteil dieses Beitrages)
Eine umfangreiche Darstellung der getätigten Investitionen wurde, kaum nachzuverfolgen, runtergeleiert, meine Fragen so aber nur indirekt beantwortet. Die Kernaussage lautete: „Die Verwaltung sagt, alles ist im Plan.“ Meine Frage bezog sich aber auf den fortschreitenden Substanzverlust und hier hinsichtlich der Ambitionen in Bezug auf die Diskrepanz von Investitionen zu Abschreibungen. So letztendlich auch eine Antwort: Blindes Vertrauen in die Verwaltung und eigene Meinung nicht weiter definiert.
Zu meiner zweiten Frage hinsichtlich der Deckelung der wiederkehrenden Beiträge kam gar keine Aussage, sofern sie nicht auch durch die Antwort der Verwaltung gedeckt sein soll.
Schade um die vertane Zeit für die Erstellung des Zahlenwerkes, sie war aber gar nicht gefordert. Mich interessierte auch nicht die Meinung und Bewertung der Verwaltung.
Hier waren vielmehr eigene Vorstellungen, Meinungen, Konzepte und Bewertungen der Stadt Hagenbach angesagt – nichts davon ist erkennbar gesagt worden. Mein Grundschullehrer Lehrer hätte so etwas mit „Thema verfehlt“ bewertet. Insofern ist die Aussage in der Niederschrift nicht richtig es wurde maximal durch Wiedergabe einer Bewertung der Verwaltung ohne eigene Anteile geantwortet. Die Abhandlung der Fragen ist für mich ein Indiz für absolute Hilflosigkeit und Resignation durch Vermeidung von klaren eigenen Aussagen und reiht sich in eine Vielzahl von Antworten des aktuellen Mentors des Stadtbürgermeisters ein.
Anliegend nun die von mir nicht geforderten Zahlen, die mir auf Nachfrage zur Verfügung gestellt wurden:
Zahlen Antwort 02.pdf
(94.37 KiB) 210-mal heruntergeladen
Meine Bewertung dieser Zahlen ist wie folgt.
1. Die Deckelung der Beiträge auf 200.000,-€ wurde von 2009-2013 mit einem Durchschnitt von ca. 127.000,-€ regelmäßig unterschritten
2. Die Deckelung der Beiträge auf 260.000,-€ wurde von 2014-2018 mit einem Durchschnitt von ca. 368.000,-€ regelmäßig überschritten
3. Die Beitragserhebung ist nicht annähernd kontinuierlich.
4. Maßnahmen und ihre Fertigstellung verschoben sich kontinuierlich in das jeweils nächste Jahr hierdurch kam es zum Nicht-Abfließen
der planmäßigen Gelder.
5. Bei der Friedhofstraße passiert aktuell genau dasselbe.
6. Die Aussage und der Beschluss, dass durch die Deckelung die Beiträge diesbezüglich auf die nächsten Jahre entsprechend aufgeteilt
werden zeigt ein weiteres Schieben der nächsten Maßnahme auf.

So sind die Zahlen eine Bestätigung meiner Feststellungen. In dieser Hinsicht: Danke!

Die aktuelle Deckelung der Beiträge auf 260.000,-€ ist vor dem Hintergrund letztendlich absolut wertloser, da nicht eingehaltener und immer wieder ergänzter Ausnahmen, Beschlüsse ein Schwindel "par excellence", der obendrein von allen Fraktionen mitgetragen wird.
Nun die bereits in der Vergangenheit (2014) ermittelte und von mir ergänzte Wertentwicklung von Straßen und Gehwegen:
Wertentwicklung.jpg
Wertentwicklung.jpg (51.09 KiB) 5244 mal betrachtet
(Ich habe es im Übrigen diesmal selber gemacht um nicht den Vorwurf zu bekommen die „kostbare“ Zeit der Verwaltung mit 2 Arbeitsstunden in Anspruch zu nehmen. Selber habe ich hierfür mit Excel und Internetrecherche sage und schreibe knapp 10 Minuten benötigt, ich wage gar nicht darüber nachzudenken welche Zeit für das obige Zahlenwerk benötigt wurde!)
Klar erkennbar ist nun der weiter fortschreitende Werteverfall. Bei Gehwegen ca. 50% in den letzten 11 Jahren (Glücklicherweise hat die Telecom Glasfaserkabel verlegt und somit ein wenig substanziell, aber nicht bilanziell, gemindert)! Bei den Straßen ist insgesamt ein Werteverfall zu verzeichnen, hier spielt der Wertzuwachs durch die Neuerstellung von Straßen (Umgehungsstraße Ost, Im Wooge, Breitwiese etc.) mit hinein. Sie erhöhen den Wert, der sich aber hinterher durch entsprechend höhere Abschreibungen entsprechend wieder mindert. Habe auch einen Summenzug gebildet.
Ich denke die Zahlen sprechen hier für sich und es sind höhere Investitionen erforderlich.
Die Aussage von Bürger im letzten Beitrag stimmt daher irgendwie:
Die bisherige immer wieder durch unsere Vertreter im Stadtrat postulierte Deckelung der wiederkehrenden Beiträge für den Straßenausbau ist somit vielmehr eine Garantie von Ihnen für einen fortschreitenden Substanzverlust!!!

Vor dem Hintergrund folgender weiterer Feststellungen wird es in naher Zukunft sehr interessant werden:
- 2015 wurde festgestellt, dass die Straßen der Innenstadt in 5-10 Jahren saniert werden müssten
> Kostenvolumen ~ mind. 1.3 Mio, Tendenz steigend
- Flickenteppiche auf der Raiffeisenstraße deuten auf weiteren Bedarf hin > Kostenvolumen ~ mind. 1.1 Mio, Tendenz steigend
- Aktueller Flickenteppich auf der Habsburgerallee, nach dem zu erwartenden Schwerverkehr im Zusammenhang mit dem
Baugebiet Nord weitere Bedarf > Kostenvolumen ~ mind. 2, Mio Tendenz steigend
- Nach Belastung der Stichstraßen durch Schwerlastverkehr zum Baugebiet Nord weiterer Bedarf
> Kostenvolumen ~ mind. 1.8 Mio Tendenz steigend

Das alles in ungefähr 5 Jahren anstehend! Weitere Flickenteppiche und das „Programm“ sind hier noch gar nicht dabei. Da hilft dann auch eine „dynamische“ Priorisierung nicht
Einziger positiver Aspekt dabei ist die sich eröffnende Möglichkeit, wenn nicht gar notwend, der Geschwindigkeitsreduzierung im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht. 30 Km/h und weniger durch die Hintertür. Bei Übernahme der Kontrolle des fließenden Verkehrs eine nicht zu unterschätzende Einnahmequelle.
Bei chronisch leeren Kassen, der bestehenden Verschuldung und den weiteren teuren Projekten ist ja bereits jetzt Ernüchterung und Resignation im Stadtrat vorhanden aber im aktuellen Handeln noch nicht deutlich erkennbar. Da ist gar nichts mehr von dem Enthusiasmus aus dem letzten Wahlkampf übrig geblieben. Bin gespannt auf die Einspar-Ambitionen und – Potenziale bei Erstellung des anstehenden Doppel-Haushalts.
Einziger Lichtblick aktuell ist ein sich am Horizont abzeichnendes Geschenk in Form einer möglichen Nordumgehung, sollte dies aber mit den in Zusammenhang stehenden Projektumsetzungen unter den Tisch fallen wird es eher absolut dunkel.
Es deutet sich für Hagenbach insgesamt ein Zapfenstreich ganz andere Art, im Sinne von „Schluss, Ende und Aus“, an!

Gast

Re: Kommentierung der Antwort zu Frage vom 12.09.2019

Beitrag von Gast »

Dem kann ich nur hinzuzufügen:
Vielleicht handelt es sich bei dem derzeitig in Diskussion befindlichen Zapfenstreich um ein mögliches Vorziehen. Kann man im Anteil Serenade durch ein Stück aus Wagners Götterdämmerung sehr gut unterstreichen.
Eine Ehrung könnte man aber auch durch Benennung einer Örtlichkeit wesentlich preiswerter und nachhaltiger vollziehen. Muss ja nicht gerade die Kreuzung Schlossgärtenstraße, Ludwigstraße und Friedensstraße in FX-Scherrer Kreisel sein, wobei das FX dann ja für die Virtualität einen mehr oder minder aktuellen Bezug darstellt.

Buerger
HGB-Forum: Politik-Experte!
Beiträge: 202
Registriert: So 7. Nov 2010, 10:51

Re: Kommentierung der Antwort zu Frage vom 12.09.2019

Beitrag von Buerger »

Ohne Worte.
Warum sich Gedanken machen!
Eine lineare Abschreibung wird mathematisch niemals eine NULL.
Der nächste Haushalt wird die "Sparambitionen" zeigen!

Gast

Re: Kommentierung der Antwort zu Frage vom 12.09.2019

Beitrag von Gast »

Buerger hat geschrieben:
So 22. Sep 2019, 05:42
Eine lineare Abschreibung wird mathematisch niemals eine NULL.
Sie meinen eine "degressive Abschreibung"?

Bei der linearen Abschreibung wird die Investitionssumme auf eine festgelegte Laufzeit verteilt und abgeschrieben. Danach ist der Wert Null.

Beispiel:
10.000 Euro Anschaffung auf 5 Jahre abzuschreiben.
1. Jahr: 2000,- Abschreibung / Rest: 8000,-
2. Jahr: 2000,- Abschreibung / Rest: 6000,-
3. Jahr: 2000,- Abschreibung / Rest: 4000,-
4. Jahr: 2000,- Abschreibung / Rest: 2000,-
5. Jahr: 2000,- Abschreibung / Rest: 0,-

Die degressive Abschreibung sieht hingegen einen prozentualen Abschreibungssatz vor, der immer auf den Restwert des Vorjahres berechnet wird.

Beispiel:
10.000 Euro Anschaffung mit 30% abzuschreiben.
1. Jahr: 3000,- Abschreibung / Rest: 7000,-
2. Jahr: 2100,- Abschreibung / Rest: 4900,-
3. Jahr: 1470,- Abschreibung / Rest: 3430,-
4. Jahr: 1029,- Abschreibung / Rest: 2401,-
5. Jahr: 720,30,- Abschreibung / Rest: 1680,70

Buerger
HGB-Forum: Politik-Experte!
Beiträge: 202
Registriert: So 7. Nov 2010, 10:51

Re: Kommentierung der Antwort zu Frage vom 12.09.2019

Beitrag von Buerger »

Ist leider nicht ganz so, das wäre der Fall wenn jede Straße einzeln abgeschrieben würde. Hier wird aber immer ca. 4% von der Summe der kompletten Wiederherstellungkosten abgezogen > somit die Linarität mit 4% stetig.

Gast

Re: Kommentierung der Antwort zu Frage vom 12.09.2019

Beitrag von Gast »

Ungeachtet aller mathematischen Möglichkeiten derAbschreibungen bleibt für mich die Frage an Stadt und Verwaltung,
"Was bitte schön ist bei dieser Wertentwicklung im Plan?"

Gast

Re: Kommentierung der Antwort zu Frage vom 12.09.2019

Beitrag von Gast »

Bleibt abzuwarten wie lange noch so wie bisher durch- und hingehalten wird.
Es gilt im Übrigen: "Die Kommune hat darauf zu achten, dass die Substanz ihres Vermögens - soweit es nicht veräußert wird - erhalten bleibt."
Sparen wird wohl nur mit sehr einschneidenden Maßnahmen möglich - und das für sehr lange Zeit.
Der Überbringer schlechter Nachrichten hat es eh immer schlecht.
Die großen Parteien insbesondere die CDU brauchen nicht Jammern - sie sind auch auf allen höheren Ebenen in Charge und am Drücker, aber dort ist man sehr weit weg wenn nicht gar entrückt und hat wohl ganz andere Probleme.

Gast

Re: Kommentierung der Antwort zu Frage vom 12.09.2019

Beitrag von Gast »

Abschreibungen von ca. 6.000.000,-€ über 10 Jahre (eher mehr) stehen hier 2.500.000,-€ an Investitionen gegenüber.
Aktuell sind es gem. Anlage Jahresrechnung 2018 aus der Vorlage zur Sitzung Rechnungsprüfungsausschuss (Seite 10) sind es 720.000,-€ an Abschreibungen für 2018 (Seite 10, E9, unter 535800)

Antworten